SAFFT4EU – Auftaktveranstaltung: Waldgärten als zukunftsfähige Form der Landwirtschaft

Type: Event
Date: 15.9.2026
Main language: German

Price from: 0 €

15. September 2026 | 10:00–17:00 Uhr | Mehrzweckhalle Kleinsendelbach bei Nürnberg

Mit dem EU-geförderten Erasmus+-Projekt SAFFT4EU – Food Forester Training entsteht ein neues, praxisorientiertes Weiterbildungsangebot für Menschen, die Waldgartensysteme professionell in der Landwirtschaft und im Gartenbau einsetzen möchten.

Das Österreichische Waldgarten-Institut ist Teil der internationalen Lernpartnerschaft und bringt seine langjährige Erfahrung aus der Waldgartenpraxis in das Projekt ein. Gemeinsam mit fünf weiteren Partnerorganisationen aus insgesamt vier europäischen Ländern wird ein Lehrgang entwickelt, der fundiertes Wissen über artenreiche Waldgartensysteme vermittelt und deren praktische Umsetzung unterstützt.

Auftaktveranstaltung in Kleinsendelbach

Am 15. September 2026 wird SAFFT4EU im Rahmen einer ganztägigen Veranstaltung in Kleinsendelbach bei Nürnberg offiziell vorgestellt.

Im Mittelpunkt stehen dabei drei Fragen:

Was sind Waldgartensysteme?
Welches Potenzial bieten sie für eine zukunftsfähige Landwirtschaft?
Und wie und warum sollte ich ein Waldgartensystem in meinen eigenen Betrieb integrieren?

Neben der Vorstellung des Projekts und des internationalen Konsortiums bietet die Veranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zum persönlichen Austausch und einen direkten Einblick in die praktische Umsetzung eines syntropischen Agroforstsystems.

Ein besonderer Programmpunkt ist der Vortrag von Bernhard Gruber, Österreichisches Waldgarten-Institut, zum Thema:

„Einer der ältesten Waldgärten Europas als Beispiel für resiliente Landwirtschaft von morgen“

Dabei werden jahrzehntelange Erfahrungen aus der praktischen Waldgartenarbeit vorgestellt und mit der Frage verbunden, welche Ansätze daraus für die Landwirtschaft der Zukunft abgeleitet werden können.

Von der Praxis für die Praxis

SAFFT4EU richtet sich insbesondere an Praktiker:innen aus Landwirtschaft und Gartenbau, aber auch an Beratungsfachkräfte, Verbände, Berufsschulen, Ausbildungszentren und Hochschulen sowie Fachmedien, Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und NGOs.

Das Projekt verfolgt einen ausdrücklich praxisorientierten Ansatz. Ziel ist es, bestehende Weiterbildungsbedarfe zu erfassen und daraus geeignete Lehr- und Lernmaterialien zu entwickeln.

Der geplante Food Forester Training-Lehrgang richtet sich an ausgebildete Gärtner:innen, Landwirt:innen sowie langjährige Praktiker:innen. Sie sollen befähigt werden, unterschiedliche Formen von Waldgartensystemen zu verstehen, diese wirtschaftlich zu betreiben und bestehende Systeme weiterzuentwickeln.

Internationales Wissen, regionale Umsetzung

An der Entwicklung des Lehrgangs sind sechs Partnerorganisationen aus vier europäischen Ländern beteiligt:

  • DeFAF e.V. – Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft
  • Nahrungswald e.V.
  • vErde regenerativ e.V.
  • Österreichisches Waldgarten-Institut
  • Wildforestgarden
  • Balkan Ecology Project

Die Inhalte werden in den jeweiligen Landessprachen zur Verfügung gestellt. Geplant sind praxisorientierte Online-Module sowie Präsenzveranstaltungen direkt bei Praxisbetrieben in den beteiligten Ländern.

Thematisch reicht der Lehrgang von den ökologischen Grundlagen über Pflanzen- und Bodenkenntnis bis hin zu Management, Bewirtschaftung und Vermarktung. Die Verbindung von theoretischem Wissen mit konkreten Erfahrungen aus unterschiedlichen Betrieben und klimatischen Regionen bildet dabei einen wesentlichen Bestandteil des Projekts.

 

Waldgärten als aufbauende Landwirtschaft

Artenreiche Waldgartensysteme verbinden Elemente aus Agroforstwirtschaft, Permakultur und regenerativer Landwirtschaft. Durch die Kombination unterschiedlicher Pflanzen und Nutzungsebenen können ökologische Funktionen und landwirtschaftliche Produktion miteinander verbunden werden.

Dabei geht es nicht nur um die Erzeugung von Lebensmitteln. Waldgartensysteme können auch zum Aufbau von Humus, zur Verbesserung der Bodengesundheit, zur Förderung der Biodiversität und zur Stabilisierung landwirtschaftlicher Systeme beitragen.

Gleichzeitig stellt die Integration solcher Systeme Betriebe vor neue Fragen: Welche Pflanzen eignen sich für den jeweiligen Standort? Wie lässt sich ein Waldgarten wirtschaftlich bewirtschaften? Welche Pflege- und Schnittmaßnahmen sind notwendig? Wie können Erzeugnisse vermarktet werden? Und welche Betriebsformen sind unter den jeweiligen regionalen Bedingungen sinnvoll?

Genau hier setzt SAFFT4EU an.

Praxispartner vErde regenerativ

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion führt eine Exkursion zum Praxispartner vErde regenerativ e.V. nach Unterschöllenbach. Bei einer Feldführung mit Betriebsleiterin und Agroforst-Expertin Lilly Schmidtlein erhalten die Teilnehmer:innen einen direkten Einblick in den dort aufgebauten syntropischen Agroforst.

Eine Podiumsdiskussion mit Lilly Schmidtlein, Christian Böhm von der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz sowie Michaela Kuschel, Agroforst-Botschafterin und Wissenschaftlerin an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, widmet sich zuvor den:

„Potenzialen und Herausforderungen von Waldgartensystemen als landwirtschaftliche Produktionsmethode“

Den Abschluss bildet ein World Café zum Thema:

„Wie können Waldgartensysteme konkret umgesetzt werden?“

Hier sollen Erfahrungen, Fragen und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten gemeinsam diskutiert werden.

Das Österreichische Waldgarten-Institut im europäischen Austausch

Für das Österreichische Waldgarten-Institut ist die Beteiligung an SAFFT4EU eine besondere Möglichkeit, die Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten Waldgartenpraxis in einen internationalen Bildungsprozess einzubringen.

Gleichzeitig eröffnet die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen aus verschiedenen europäischen Regionen einen wertvollen Erfahrungsaustausch. Unterschiedliche Standorte, klimatische Bedingungen und Bewirtschaftungsformen zeigen, wie vielfältig Waldgartensysteme gestaltet und weiterentwickelt werden können.

Unser gemeinsames Ziel ist es, praxisnahes Wissen verfügbar zu machen und Menschen zu befähigen, Waldgartensysteme erfolgreich in ihre eigenen Betriebe zu integrieren.

Damit soll SAFFT4EU einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer Landwirtschaft leisten, die ökologische Vielfalt, Bodengesundheit, langfristige Produktivität und wirtschaftliche Nutzung miteinander verbindet.

Jetzt zur Auftaktveranstaltung anmelden

Die Auftaktveranstaltung findet am 15. September 2026 von 10:00 bis 17:00 Uhr in der Mehrzweckhalle, Hauptstraße 1, 91007 Kleinsendelbach bei Nürnberg statt.

Die Teilnahme bietet die Möglichkeit, das Projekt SAFFT4EU, die beteiligten Organisationen und konkrete Praxisbeispiele kennenzulernen sowie sich mit Fachleuten und Praktiker:innen aus verschiedenen Bereichen auszutauschen.

Anmeldung zur Auftaktveranstaltung:
Jetzt zur Auftaktveranstaltung anmelden

Weitere Informationen zum Projekt:
www.SAFFT4.eu


 

Waldgärtner:innen Training in der Europäischen Union
Hauptstraße 1
91077, Kleinsendelbach
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